Yamas und Niyamas im Alltag: Anjas Reflexion zur 200h Ausbildung
Was passiert, wenn Yoga über die Matte hinauswächst? Anja Wegmüller hat während ihrer 200h Grundausbildung bei Yoga Veda in Luzern weniger Asanas geübt als früher und trotzdem mehr Yoga in ihr Leben gebracht. Antworten auf ihre grossen Fragen fand sie in den Yamas und Niyamas, den ethischen Grundlagen der Yoga-Philosophie. Mit ihrer Erlaubnis teilen wir ihre Reflexion aus dem Ausbildungstagebuch. Danach erklären wir, was hinter den Yamas und Niyamas steckt und welche Rolle die Philosophie in der Ausbildung spielt.
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Termine ansehen und anmeldenAnjas Reflexion: Was die Ausbildung in mir bewegt hat
Anja hat ihre 200h Grundausbildung 2025/26 bei uns abgeschlossen. Wie alle Teilnehmenden hat sie während der Ausbildung ein Tagebuch geführt. Der folgende Text ist ein Auszug aus ihrer Reflexion zum Abschluss.
Reflexion: Mein Entwicklungsprozess während der 200h Grundausbildung
Generell hat sich mein Verständnis von Yoga während der Ausbildung stark erweitert. Zeitweise habe ich weniger Asanas praktiziert als früher. Gleichzeitig habe ich Yoga auf eine andere Art und Weise in mein Leben integriert, die ich vorher so noch nicht kannte. Durch die Auseinandersetzung mit der Yogaphilosophie, durch neue Erkenntnisse und durch Praktiken, die über die Asanas hinausgehen. Auch habe ich während der Ausbildung gespürt, dass Pranayama und die Atmung im Allgemeinen auf mich eine grosse Anziehungskraft hat und ich mich diesem Thema auch künftig weiter widmen und meine Erfahrungen und mein Wissen vertiefen möchte.
«Gib deinem Leben eine Richtung. Das gilt für den Prozess der Meditation genauso wie für unser Leben als Ganzes.» (Skuban, 2011, S. 177)
Dieses Zitat aus den Ausbildungsunterlagen fasst für mich vieles zusammen, was mich während der Ausbildung beschäftigt und bewegt hat. Ich erhielt durch die Ausbildung einen Raum, um mich mit grundlegenden Fragen auseinanderzusetzen: Wer bin ich? Wohin möchte ich? Was ist mir wichtig und wie möchte ich mein Leben gestalten? Wie kann ich ein für mich «richtiges» und verantwortungsvolles Leben führen? In Verantwortung mir selbst gegenüber, indem ich mein Leben bewusst und entsprechend meinen Werten gestalte, aber auch in der Verantwortung gegenüber meinen Mitmenschen und der Umwelt. Mit den Yamas und Niyamas habe ich dazu Antworten gefunden.
Ein Thema, das mich besonders bereichert hat, war die Auseinandersetzung mit unserem Geist und unserer Wahrnehmung. Die Erkenntnis, dass mein Denken und Erleben aus meiner eigenen Konstruktion der Wirklichkeit hervorgehen […] Neu und besonders wertvoll war für mich die Unterscheidung zwischen Mind und Intelligenz beziehungsweise Unterscheidungskraft, wie sie beispielsweise im Kutscher-Modell oder in Antakarana veranschaulicht wird. Es hat mir zusammen mit den Instrumenten, die wir gelernt haben (Meditation, Selbststudium), eine neue Perspektive darauf eröffnet, wie wir mit unserem Geist bewusst arbeiten können, anstatt uns von Gedanken, Sinneseindrücken und gewohnten Mustern leiten zu lassen. Um den Geist so als Werkzeug für eine bewusstere Lebensführung einsetzen zu können.
Damit verbunden war die Frage, was für mich in meinem Leben wirklich wesentlich ist und wohin ich meine Energie richten möchte. Mein Blick auf Unterhaltung und das Bedürfnis danach, hat sich verändert. Unterhaltung hat in gewisser Weise an Bedeutung verloren. Besonders hat mich auch das Thema Selbstdarstellung beschäftigt, insbesondere im Zusammenhang mit Social Media.
Ich habe mich gefragt, was ich verliere, wenn ich mich der Selbstdarstellung entziehe, und was ich gewinne, wenn ich Selbstdarstellung bewusst sein lasse.
Ich nehme aus dieser Ausbildung viele neue Perspektiven, ein geschärftes Bewusstsein und zahlreiche Denkanstösse mit, die mich auch über die Ausbildung hinaus begleiten werden. Ich bin sehr dankbar über den Lernprozess, den ich bis hierher bereits gehen durfte und möchte allen, die an dieser lebensbereichernden Ausbildung beteiligt sind, von Herzen danken.
Anja Wegmüller, Absolventin der 200h Grundausbildung 2025/26
Was sind die Yamas und Niyamas?
Anja schreibt, sie habe in den Yamas und Niyamas Antworten auf ihre Fragen gefunden. Doch was steckt hinter diesen beiden Begriffen? Sie stammen aus dem Yoga Sutra des Patanjali, einem der wichtigsten Grundlagentexte der Yoga-Philosophie. Patanjali beschreibt darin einen Weg mit acht Gliedern, der als Ashtanga Yoga bekannt ist. Die Yamas und Niyamas stehen ganz am Anfang dieses Weges, noch vor den Körperhaltungen.
Die acht Glieder des Yoga nach Patanjali sind Yama (Verhalten gegenüber anderen), Niyama (Umgang mit sich selbst), Asana (Körperhaltung), Pranayama (Atemlenkung), Pratyahara (Rückzug der Sinne), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Versenkung). Die Asanas sind also eines von acht Gliedern. Darum ist es kein Widerspruch, wenn Anja zeitweise weniger auf der Matte geübt und trotzdem mehr Yoga gelebt hat.
Die fünf Yamas: dein Umgang mit anderen und der Welt
Die Yamas beschreiben, wie du dich gegenüber anderen Menschen und deiner Umwelt verhältst. Oft werden sie als ethische Leitlinien übersetzt.
- Ahimsa: Gewaltlosigkeit in Taten, Worten und Gedanken, auch dir selbst gegenüber.
- Satya: Wahrhaftigkeit, also ehrlich zu sprechen, ohne damit zu verletzen.
- Asteya: Nicht-Stehlen. Dazu gehört auch, anderen keine Zeit, Ideen oder Anerkennung zu nehmen.
- Brahmacharya: Mässigung, Enthaltsamkeit und ein bewusster Umgang mit deiner Energie.
- Aparigraha: Unbestechlichkeit und Nicht-Horten, also loszulassen, was du nicht brauchst.
Die fünf Niyamas: dein Umgang mit dir selbst
Die Niyamas richten den Blick nach innen. Sie beschreiben Haltungen und Gewohnheiten, mit denen du für dich selbst sorgst.
- Shaucha: Reinheit von Körper, Umgebung und Geist.
- Santosha: Zufriedenheit mit dem, was gerade ist.
- Tapas: Disziplin und innere Glut, die dich auf deinem Weg hält.
- Svadhyaya: Selbststudium, das Studium der Schriften und Texte ebenso wie die Erforschung deiner selbst.
- Ishvara Pranidhana: Hingabe an etwas, das grösser ist als du.
Anjas Reflexion folgt genau dieser Zweiteilung. Sie fragt nach der Verantwortung sich selbst gegenüber, ihr Leben bewusst und nach ihren Werten zu gestalten. Damit ist sie bei den Niyamas. Gleichzeitig fragt sie nach der Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen und der Umwelt, was dem Feld der Yamas entspricht. Auch Esrea hat diese Prinzipien in ihren Alltag mitgenommen. Nathalie Üstünay beschreibt in Esreas Rückblick auf die 200h Ausbildung, wie sie den gewaltfreien Umgang mit sich selbst und anderen umsetzt.
Was Anjas Reflexion über die Ausbildung zeigt
Anjas Text ist sehr persönlich. Gleichzeitig zeigt er, wie viel Raum die Philosophie in der Grundausbildung einnimmt und wie sie sich mit der Praxis verbindet. Die folgenden Abschnitte greifen die Themen aus ihrer Reflexion auf. Zuvor ordnet Nathalie Üstünay, Leiterin der Ausbildungsstufe I, Anjas Weg ein:
«Anja Wegmüller hat im Rahmen der Ausbildung einen bemerkenswerten persönlichen Entwicklungsprozess durchlaufen, der weit über das Erlernen von Yogatechniken hinausgeht. Sie hat sich zentrale Lebensfragen gestellt (wer bin ich, wohin möchte ich, was ist mir wichtig?) und dabei die Yogaphilosophie als gelebte Praxis für ihre persönliche Entwicklung genutzt. Die Yamas und Niyamas sind für sie zu einem ethischen Kompass geworden, der Verantwortung gegenüber sich selbst, ihren Mitmenschen und der Umwelt verbindet.»
«Beeindruckend ist ihre ehrliche Auseinandersetzung mit Themen wie Selbstdarstellung, Perfektionsansprüchen und der eigenen ‹Maske›. Sie erkennt, wie viel Energie deren Aufrechterhaltung kostet, und vollzieht einen bewussten Prozess der Entidentifikation. Bhakti Yoga eröffnet ihr dabei einen wertvollen Zugang zu Vertrauen und Verbundenheit, einem ihrer wichtigsten Werte.»
Nathalie Üstünay, Leiterin Ausbildungsstufe I / Co-Leitung
Weniger Asanas, mehr Yoga
Viele beginnen die Ausbildung mit dem Wunsch, ihre Haltungen zu verfeinern. Die Yogalehrer Ausbildung 200h in Luzern umfasst neben den Asanas auch Pranayama, Meditation, Anatomie, Yoga-Philosophie, Didaktik und Methodik. Wer sich auf diese Breite einlässt, erlebt oft dasselbe wie Anja. Die Matte bleibt wichtig, doch Yoga zeigt sich zunehmend in Entscheidungen, Gesprächen und im Umgang mit sich selbst. Diesen Weg begleiten unsere Dozent:innen ohne feste Vorgaben, wie jemand Yoga zu leben hat. Maya Keller, die bei uns Anatomie unterrichtet, beschreibt das in unseren Stimmen zur Yoga-Ausbildung so:
«Yoga Veda lädt die Leute ein, zu erfahren, anzunehmen, aber auch zu hinterfragen und damit tiefer einzutauchen. […] Jeder darf zu seinem authentischen Yogaweg finden und diesen gehen.»
Maya Keller, Ausbildnerin bei Yoga Veda
Eine Richtung für das eigene Leben
Das Zitat, das Anja aus den Ausbildungsunterlagen gewählt hat, verbindet Meditation mit dem Leben als Ganzes. Im vollständigen Abschnitt nennt der Autor Ralph Skuban vier Begriffe, die diesen Weg beschreiben. Ekagrata bedeutet, den Geist auf einen Punkt auszurichten. Vairagya heisst Loslassen, also sich von dem zu lösen, was dich von deiner Richtung abbringt. Damit das gelingt, braucht es Viveka, die Unterscheidungskraft zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem. Abhyasa schliesslich ist die beharrliche Übung, die dich auf dem Weg hält.
In Anjas Reflexion finden sich alle vier Begriffe wieder. Sie fragt, wohin sie ihre Energie richten möchte. Unterhaltung, die an Bedeutung verloren hat, lässt sie los und sie unterscheidet genauer, was für sie wesentlich ist. Mit Meditation und Selbststudium hat sie Werkzeuge gefunden, um dranzubleiben. So wird aus einem Text aus dem Unterricht eine Haltung für den Alltag.
Mind und Unterscheidungskraft: Kutscher-Modell und Antahkarana
Besonders wertvoll war für Anja die Unterscheidung zwischen dem denkenden Geist und der Unterscheidungskraft. Zwei Bilder aus der Yoga-Philosophie machen diesen Unterschied anschaulich.
Das Kutscher-Modell stammt aus der Katha Upanishad. Der Körper ist der Wagen, die Sinne sind die Pferde, der Geist (Manas) sind die Zügel. Gelenkt wird der Wagen vom Kutscher, der Unterscheidungskraft (Buddhi). Im Wagen sitzt das eigentliche Selbst. Wenn der Kutscher schläft, ziehen die Pferde dorthin, wo es sie gerade hinzieht. Ist er wach, kann er die Zügel bewusst führen.
Antahkarana bedeutet «inneres Instrument». Gemeint ist das Zusammenspiel mehrerer Funktionen des Geistes: Manas nimmt Sinneseindrücke auf und denkt, Buddhi unterscheidet und entscheidet, Ahamkara bildet das Ich-Gefühl und Chitta speichert Erinnerungen und Eindrücke. Wer diese Ebenen kennt, kann Gedanken beobachten, statt ihnen automatisch zu folgen. Genau das beschreibt Anja, wenn sie den Geist als Werkzeug für eine bewusstere Lebensführung einsetzen möchte.
Meditation und Selbststudium als Werkzeuge
Anja nennt zwei Instrumente, die ihr dabei geholfen haben: Meditation und Selbststudium. Das Selbststudium ist zugleich eines der Niyamas, Svadhyaya. In der Ausbildung hat es eine ganz praktische Form. Alle Teilnehmenden führen ein Tagebuch, in dem sie festhalten, was die Module in ihnen auslösen. Ergänzt wird das Schreiben durch Gespräche mit einer Tandem-Partnerin oder einem Tandem-Partner aus der Klasse. Die Meditation übst du in der Ausbildung regelmässig und lernst verschiedene Techniken kennen, damit du herausfindest, welche zu dir passt.
Selbstdarstellung bewusst sein lassen
Eine der spannendsten Fragen in Anjas Reflexion betrifft Social Media. Sie fragt, was sie gewinnt und was sie verliert, wenn sie sich der Selbstdarstellung entzieht. Diese Frage berührt mehrere Prinzipien zugleich. Aparigraha lädt dazu ein, auch an Anerkennung und Bestätigung nicht festzuhalten. Santosha erinnert an die Zufriedenheit mit dem, was ist, ohne den Vergleich mit anderen. Pratyahara, der Rückzug der Sinne, beschreibt die Fähigkeit, nicht jedem Reiz zu folgen. Die Yoga-Philosophie gibt dir dafür Fragen und Werkzeuge, mit denen du deine eigene Antwort findest.
Pranayama: die Kraft der Atmung
Anja spürt eine grosse Anziehung zu Pranayama und möchte sich dem Thema weiter widmen. Damit ist sie nicht allein. Auch Esrea beschreibt in ihrem Rückblick, wie ihr die Atemübungen in stressigen Zeiten geholfen haben. Wenn du selbst einsteigen möchtest, findest du in unserem Beitrag Was ist Pranayama? einfache Techniken für den Anfang.
Lohnt sich die Ausbildung auch für die eigene Entwicklung?
Anjas Reflexion zeigt, dass eine Yogalehrer Ausbildung weit mehr ist als die Vorbereitung auf das Unterrichten. Sie hat ihr einen Raum geöffnet, in dem sie sich mit den grossen Fragen beschäftigen konnte: Wer bin ich, wohin möchte ich und was ist mir wichtig? Viele unserer Teilnehmenden melden sich genau aus diesem Grund an. Andrea Fischer beschreibt ihre Motivation in unseren Stimmen zur Yoga-Ausbildung so:
«Mein primäres Ziel ist es also nicht, Yoga zu unterrichten, sondern mich weiterzuentwickeln und mehr über mich und das Leben als Ganzes zu lernen.»
Andrea Fischer, 200h Grundausbildung
Auch Anja lässt die Frage nach dem Unterrichten bewusst offen. Nathalie sieht darin ein gutes Zeichen:
«Ihr Yogaverständnis hat sich spürbar erweitert: weg von einer primär asana-zentrierten Praxis hin zu einem ganzheitlichen Lebensweg. In Pranayama hat sie eine besondere Affinität entdeckt, die sie künftig vertiefen möchte. Die Frage, ob sie unterrichten wird, hält sie bewusst offen. Das ist ein Zeichen von Reife, den Prozess nicht abschliessen zu wollen, während sie die Bereitschaft verspürt, im Unterrichten selbst weiterzulernen.»
Nathalie Üstünay, Leiterin Ausbildungsstufe I / Co-Leitung
Du musst dich vor der Anmeldung nicht entscheiden, ob du später unterrichten möchtest. Beide Wege haben in der Ausbildung Platz und oft entwickelt sich die Antwort erst unterwegs. Ob die Ausbildung jetzt zu dir passt, klären wir gern gemeinsam an einem unserer kostenlosen Infotreffen.
Tiefer in die Yoga-Philosophie: die 300h Aufbauausbildung
Wer wie Anja nach der Grundausbildung spürt, dass die Philosophie noch viel mehr zu bieten hat, findet in der 300h Aufbauausbildung den nächsten Schritt. Während eines Jahres vertiefst du die Yoga-Philosophie und das Yoga Sutra, verfeinerst Didaktik und Anatomie und lernst, einen thematischen Yogazyklus über acht Yogastunden aufzubauen. Zusammen mit der 200h kommst du auf 500 Ausbildungsstunden. Wie intensiv diese Zeit ist, beschreibt eine Absolventin so:
«Bei mir klingt das letzte Yoga-Reflektionswochenende noch immer nach. Wie intensiv, tiefgehend und inspirierend das war!»
Patrizia B., Absolventin der 300h Aufbauausbildung
Seit 2013 haben über 390 Absolvent:innen ihre Ausbildung bei Yoga Veda abgeschlossen. Jede und jeder von ihnen hat dabei eigene Antworten gefunden. Wir danken Anja herzlich, dass sie ihre Gedanken mit uns und mit dir teilt.
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Termine ansehen und anmeldenHäufige Fragen zu Yamas, Niyamas und Yoga-Philosophie
Die Yamas und Niyamas sind die ethischen Grundlagen des Yoga. Sie stammen aus dem Yoga Sutra des Patanjali und bilden die ersten beiden der acht Glieder des Yoga. Die fünf Yamas beschreiben den Umgang mit anderen Menschen und der Umwelt, die fünf Niyamas den Umgang mit dir selbst.
Die fünf Yamas sind Ahimsa (Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen), Brahmacharya (Mässigung und Enthaltsamkeit im Umgang mit der eigenen Energie) und Aparigraha (Nicht-Horten und Unbestechlichkeit).
Die fünf Niyamas sind Shaucha (Reinheit), Santosha (Zufriedenheit), Tapas (Disziplin), Svadhyaya (Selbststudium) und Ishvara Pranidhana (Hingabe an etwas Grösseres).
Patanjali beschreibt im Yoga Sutra einen Weg mit acht Gliedern: Yama, Niyama, Asana (Körperhaltungen), Pranayama (Atemlenkung), Pratyahara (Rückzug der Sinne), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Versenkung). Die Asanas sind damit ein Teil von acht.
Das Kutscher-Modell stammt aus der Katha Upanishad. Der Körper ist der Wagen, die Sinne sind die Pferde und der Geist (Manas) sind die Zügel. Gelenkt wird der Wagen von der Unterscheidungskraft (Buddhi), im Wagen sitzt das eigentliche Selbst. Das Bild zeigt, wie du mit deinem Geist bewusst arbeiten kannst.
Ja. Viele unserer Teilnehmenden melden sich an, um die eigene Praxis zu vertiefen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Die Ausbildung verbindet Asanas, Pranayama, Meditation und Philosophie mit Fragen, die den ganzen Alltag betreffen, etwa den Umgang mit Stress, mit Beziehungen und mit sich selbst. Ob du später unterrichtest, kannst du offen lassen.
Die Yoga-Philosophie gehört bei Yoga Veda von Anfang an zur 200h Grundausbildung, zusammen mit Asanas, Pranayama, Meditation, Anatomie, Didaktik und Methodik. In der 300h Aufbauausbildung vertiefst du die Philosophie und das Yoga Sutra während eines Jahres weiter.